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Aus der Welt der Literatur



2006-10-26
Abendlied (Matthias Claudius)

Matthias Claudius nannte sein Gedicht „Abendlied“, doch ungleich populärer wurde es bald als Lied unter dem Namen „Der Mond ist aufgegangen“, nachdem Johann Abraham Peter Schulz die Verse durch seine Musik zum Volkslied machte, das jeder kennt.

Die Grenzen – insbesondere aus heutiger Sicht – zwischen Kitsch und Kunst sind schmal. Und wer schon wollte sie im Einzelfalle definieren? Doch selbst diejenigen, die von der Stilrichtung der Romantik wenig angetan sind, können sich oft dem Zauber der letzten Zeilen des Gedichts, der letzten Strophe des Liedes, nicht entziehen. Dafür muß man nicht einmal an Gott glauben, den Claudius in seinem Gedicht beschwört.
Namentlich die letzte Zeile, auf den ersten Blick nicht viel mehr als ein Anhängsel, ist es, die jene kleine Versehrung zufügt, die man verspürt, von der man jedoch meist nichts weiß.


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Abendlied - letzte Strophe - (Matthias Claudius)

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon´ uns Gott, mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbarn auch!





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