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Aus der Welt der Literatur



2005-10-18
Trieb (Else Lasker-Schüler)

Sexus, Lust und Trieb, unlösbarer Bestandteil allen Lebens, oft verschwiegen, verschämt tabuisiert, nicht selten noch als die dunkle Seite der Schöpfung beklagt. Else Lasker-Schüler (1869-1945) nahm sich immer wieder dieses Themas an, in offenen, fast geständnishaften Worten, ohne Rücksicht auf sich selbst und andere.

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Gefühle, die ich nicht zügeln kann,
Es treiben mich brennende Lebensgewalten,
Und Gedanken, die sich zur Form gestalten,
Fallen mich wie Wölfe an!

Ich irre durch duftende Sonnentage...
Und die Nacht erschüttert von meinem Schrei.
Meine Lust stöhnt wie eine Marterklage
Und reißt sich von ihrer Fessel frei.

Und schwebt auf zitternden, schimmernden Schwingen
Dem sonn'gen Thal in den jungen Schoß,
Und läßt sich von jedem Mai'nhauch bezwingen
Und giebt der Natur sich willenlos.




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