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Aus der Welt der Literatur



2005-07-25
Der Panther (Rainer Maria Rilke)

Wer je in Raubkatzenaugen blickte, die er niemals fangen konnte, die nach nur wenigen Augenblicken rastlos suchend weiterschweiften, kaum daß sie auf ihm ruhten, versteht, was Rilke zu diesem Gedicht bewegte.

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Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille,
und hört im Herzen auf zu sein.



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