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29.07.2006 Rechtschreibreform...........xte Folge..........

Von der großen Öffentlichkeit fast unbemerkt, hat die Duden-Redaktion vor wenigen Tagen mit der 24. Auflage des Rechtschreibdudens vollendete Tatsachen geschaffen und – die Arbeit des „Rates für deutsche Rechtschreibung“ mißachtend – im großen und ganzen das Chaos der ursprünglichen „Reform“ übernommen. Aufgabe des von den Kultusministern eingesetzten Rates war es, die ärgsten Fehler und Regelverletzungen des unausgegorenen, stümperhaften Reformwerks auszumerzen. Durch das coupartige Vorgehen der Duden-Redaktion wurde dies nun endgültig vereitelt; bedenkt man hierbei, daß der Redaktionsleiter des Dudens mit am Tisch des Rechtschreibrates saß, kann die Verwirrung nicht größer sein.

Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Sprache wird es zukünftig in einer großen Zahl von Fällen keine einheitlichen Rechtschreibregeln mehr geben. Denn der Duden – das nach wie vor meistbenutzte Regelwerk – wartet nun mit annähernd 3000 Schreib-„Empfehlungen“ auf. In diesem Zusammenhang ist auch von „Varianten“ die Rede. Insbesondere was die Zusammen- und Getrenntschreibung betrifft, steckt der neue Duden in seinen „Empfehlungen“ voller Widersprüche und Ungereimtheiten. Wer will und soll künftig feststellen, was richtig und was falsch ist, wonach sollen Lehrer Diktate korrigieren? Die Arbeit des „Rates für deutsche Rechtschreibung“ ist offiziell noch nicht beendet. Doch was soll er noch weiter bewirken, wenn am 1. August, also in wenigen Tagen, die „Rechtschreibreform“ für den Unterricht an den Schulen verbindlich wird?

Eine über mehr als ein Jahrhundert gewachsene, gereifte Sprache mit einem nachvollziehbaren klaren und logischen Regelwerk wurde ohne jede Not von einer Gruppe ideologiebefrachteter Dilettanten und ihrer nützlichen, ahnungslosen, naiven Helfern in wesentlichen Teilen zerstört. Die Verwüstungen, die sie anrichten, sind nachhaltig und irreparabel. Für die Historie sollte man die Namen der dafür Verantwortlichen und ihrer Mitläufer irgendwo festhalten. Nicht um sie für ihr Tun haftbar zu machen, das geht leider nicht, aber um ihnen vielleicht eines Tages die Schamröte ins Gesicht zu treiben.


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