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03.12.2004 Rechtschreibreform........die unendliche Geschichte...?

Ein neues Gremium ist gebildet worden: der „Rat für deutsche Rechtschreibung“. Er soll - nach dem Willen der Ministerpräsidenten der Länder - das mehrheitlich vom qualifizierten Literaturbetrieb in Gänze abgelehnte Reformwerk überarbeiten und - so der designierte Vorsitzende Zehetmair - „eine tragfähige Lösung finden, um zu einer einheitlichen Rechtschreibung zurückzukehren“. Man bemerke: „zurückzukehren“!

Nach Zehetmairs Worten sollten die größten Schwachstellen der Reform beseitigt werden: Die Zusammen- und Getrenntschreibung, die Interpunktion, die Eindeutschung von Fremdwörtern und die Silbentrennung.

Frage: Was bleibt dann noch Wesentliches von der Reform übrig - außer der „ß“ - bzw. „ss“-Schreibung? Die übrigens von vielen Schülern nicht verstanden wird; Lehrer berichten zunehmend davon, daß viele Lernende nun - ohne weitere Differenzierung - entweder alles mit „ss“ oder mit „ß“ schreiben.

Doch eine komplette Rücknahme der unseligen Reform verträgt die politische Bühne wohl nicht; verschämt greift man zu einer anderen Etikettierung.

Was spricht eigentlich dagegen, die Mitglieder des neuen Gremiums mit ihren persönlichen Ausbildungs- und Berufsdaten der Öffentlichkeit vorzustellen? Es wäre sicherlich aufschlußreich zu sehen, welche Qualifikationen die Auserwählten für diese immens wichtige Aufgabe mitbringen. Niemand kommt schließlich auf die Idee, Rechtsanwälte für die Konstruktion von Flugzeugen zu bemühen, Steuerberater für den Bau eines Schiffes oder Verwaltungsbeamte für die Herstellung von Arzneimitteln. Und wer fühlt sich für die revolutionärste Änderung der deutschen Sprache seit hundert Jahren ausreichend geeignet?


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