Die faszinierende Welt des Wortes
Aus der Welt der Literatur
Ihr Text
Ihre Favoriten
Top-Ten der Belletristik
Buch des Monats
Kontakt
Links
Autoren-Werkstatt
Kritikus
In eigener Sache
Login



Kritikus


05.04.2006 Literatur runderneuern?

Aus „alt“ mach´ „neu“? Elke Heidenreich ließ in ihrer letzten Sendung, als es um Truman Capote ging, die lapidaren Worte fallen, es müßten noch mehr seiner Bücher neu übersetzt werden, da sei noch einiges „muffig“. Selbst der sonst den Widerspruch nicht scheuende Karasek verfiel hierzu in Schweigen.

Was für eine abstruse, törichte Idee (die leider schon in einigen Fällen verwirklicht wurde)! Denn führt man diesen Gedankengang Heidenreichs weiter aus, dann könnte man eigentlich auch – um auf der Höhe des Zeitgeistes zu sein – die Kompositionen von Bach, Händel oder Mendelssohn-Bartholdy ein bißchen peppiger gestalten. Oder Bilder van Goghs und Pieter Bruegels mit ein paar hilfreichen Pinselstrichen rasch ein bißchen aufhübschen.

Es darf gewiß unterstellt werden, daß die damaligen Übersetzer mindestens ebenso fähig wie ihre Nachfahren und durchaus in der Lage waren, Autorentexte so authentisch wie möglich in andere Sprachen zu übersetzen. Und es gibt keinen, aber auch nicht den allergeringsten Grund, von den Originaltexten, bei deren Abfassung sich die Urheber einiges gedacht haben, auch nur eine Spur abzuweichen. Der wahrhaft Interessierte will lesen, was der Künstler einst schuf. Und nur das. Nicht jenes, was irgendein der „Moderne“ verfallener Übersetzer nach eigenem Gutdünken und Geschmack möglicherweise daraus macht.

Die nächste Generation, die wieder ganz andere Vorlieben und Moden pflegt, schreibt, dichtet und komponiert dann wieder alles um? Einmal mehr drang wohl die Kumpelfrau Else Stratmann aus der Moderatorin hervor, und das tut der Sendung selten gut.



zurück


    


Impressum