Die faszinierende Welt des Wortes
Aus der Welt der Literatur
Ihr Text
Ihre Favoriten
Top-Ten der Belletristik
Buch des Monats
Kontakt
Links
Autoren-Werkstatt
Kritikus
In eigener Sache
Login



Kritikus


28.08.2018 Deutsche Literaturszene …..xte Folge / Helene Hegemann und kein Ende.

Auch nicht schlecht, Helene Hegemann ist wieder da, brachte es erneut in die literarischen Schlagzeilen. Na, Sie erinnern sich? An die damals 17-Jährige, die mit einem Buch Furore machte, das sich, nachdem ein Großteil der tatsächlichen oder selbsternannten literarischen Fachleute sich vor Begeisterung kaum noch bändigen ließ („Axolotl Roadkill“), in zahlreichen Passagen als Plagiat erwies. Hegemann klärte kühn die Öffentlichkeit auf, daß man es hier mit einem „intertextuellen“ Werk zu tun habe. Weniger aufgeblasen, im Klartext formuliert: Teilweise abgeschrieben, von einem Co-Autor, der von seiner unfreiwilligen Mitwirkung allerdings bis dahin noch nichts gewußt hatte. Es soll dann eine außergerichtliche Einigung gegeben haben.

Anschließend veröffentlichte Hegemann einen zweiten Roman, dieses Mal mutmaßlich ohne fremde Mitwirkung zu Papier gebracht, fiel damit bei der halbwegs ernstzunehmenden Kritik gnadenlos durch, was bei der mühelos überschaubaren schriftstellerischen Begabung nicht weiter verwunderte („Jage zwei Tiger“).

Nun ist ein drittes Buch auf dem Markt („Bungalow“), genaugenommen war es das bis vor wenigen Tagen noch gar nicht. Es stand kurz davor, auf den Markt zu kommen, weil es eben noch nicht zu kaufen war. Und dennoch schaffte es dieses Buch, bevor es im öffentlichen Handel war, auf die sogenannte „Longlist“ für den „Deutschen Buchpreis“ 2018, wurde inzwischen von dieser zwanzig Titel umfassenden Liste hinweg auf die „Shortlist“ befördert, auf der nunmehr nur noch sechs Bücher um den renommierten Preis wetteifern. Es muß ein Manuskript gegeben haben, ein Netzwerk existieren, das dieses Manuskript oder eine Art Vorabdruck rasant in Umlauf brachte. Offensichtlich sehr erfolgreich, wie zu beobachten ist.

Wer soll diesen „Deutschen Buchpreis“ eigentlich noch ernst nehmen? Vom besagten Buch soll hier keine Rede sein, denn das ist es „Kritikus“ genau so wenig wert wie seine zwei Vorgänger. Da wird ein Buch besprochen und gelobhudelt, das nicht oder kaum gedruckt vorliegt. Von einer, vorsichtig ausgedrückt, nicht unumstrittenen Autorin, die außer ihrer wie auch immer zustande gekommenen Vernetzung im Literaturbetrieb, dem Vernehmen nach vom in der Berliner Theaterszene nicht unbekanntem Vater kräftig unterstützt, für viele literarisch Interessierte kaum Beachtenswertes vorzuweisen hat.

Aber nur zu, meine Damen und Herren der Buchpreis-Jury, auf welchem Wege auch immer sie es in dieses Gremium geschafft haben mögen, tun Sie sich keinen Zwang an, die Sache ist doch gewiß noch zu toppen: Warum Helene Hegemann nicht gleich auf Platz 1 hieven? Das wär´ doch was!



zurück


    


Impressum