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18.03.2012 Die Ich-Autoren

Kürzlich beklagte ein in der Szene ziemlich bekannter Literaturkritiker - nur leicht verklausuliert - das Egomanentum zahlreicher deutschsprachiger Gegenwartsautoren. „Kritikus“ ist ihm da vielleicht etwas voraus, schreibt schon seit langem über diese Unsitte, der Welt von sich selbst oder doch zumindest aus dem höchstpersönlichen Mikrokosmos Bericht zu erstatten, dabei unterstellend, daß die Welt an solcherart dargebotenen Offenbarungen, die nicht selten auch gleich noch belehrend daherkommen, interessiert ist. Der Exhibitionismus ist da nicht fern, ganz besonders dann, wenn noch zum ultimativen Mittel des Ich-Erzählens gegriffen wird.

Dabei scheint die Erkenntnis aus diesem Umstand so schmerzlich wie simpel zu sein: Sie können es nicht anders, sie können es nicht besser. So ist es doch so ungleich einfacher, über das eigene Leben und sein unmittelbares Umfeld zu schreiben als sich Handlung und Personen mühsam auszudenken und zurechtzulegen. Sie erzählen von Dingen und Ereignissen, die sie kennen, schreiben Aufsätze und Nacherzählungen darüber und lassen sich weitschweifig über ihre eigenen Empfindlichkeiten aus oder stellen ihnen nahestehende Menschen bloß.
Romanciers, die diesen Namen wirklich verdienen, sind die meisten von ihnen nicht, nicht ansatzweise, dazu mangelt es ihnen zu offensichtlich an Fantasie. In wenigen Jahren werden sie und ihre Bücher so gut wie vergessen sein.


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