Die faszinierende Welt des Wortes
Aus der Welt der Literatur
Ihr Text
Ihre Favoriten
Top-Ten der Belletristik
Buch des Monats
Kontakt
Links
Autoren-Werkstatt
Kritikus
In eigener Sache
Login



Kritikus


29.11.2011 Deutsche Literaturszene ... xte Folge ...

Matthias Politycki sah sich – als Kurator des 2. Münchner Literaturfests bestellt – zu der Anmerkung veranlaßt, er habe keine populären Autoren einladen wollen, die die Berufsbezeichnung „Schriftsteller“ nicht verdienten.

Das muß man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Wie groß muß die Arroganz sein, wie ausgeprägt die Abgehobenheit, vielleicht auch der eigene Frust, um sich zu solcher Äußerung hinreißen zu lassen? Wer bestimmt nach Polityckis Ansicht eigentlich, wer zu der einen oder zur anderen Kategorie gehört? Er selbst? Oder ein Gremium? Vielleicht eine Jury? Oder die Auflagenzahlen eines Buches?

Kritikus hat an dieser Stelle mehrfach die Frage in den Raum gestellt, was für die Literatur, was für das Leseverhalten der Menschen wohl wichtiger sei: Lyrik und Belletristik, die Politycki möglicherweise mit der Auszeichnung „Literatur“ versieht und ihre Verfasser als „Schriftsteller“ anerkennt, die sich jedoch zumeist mit verhältnismäßig geringen Auflagenzahlen begnügen müssen, also nur relativ wenige Menschen ansprechen, was man durchaus bedauern kann? Oder ist es letzten Endes nicht doch für Land und Leute weitaus bedeutungsvoller, wenn die von Politycki verschmähten Autoren mit ihren Millionenauflagen vielleicht ein Publikum erreichen und zum Lesen anhalten, das sonst eher nicht zum Buch greifen würde? Ein Publikum, das vielleicht erst über die sogenannte Stapelware schließlich sogar zu jenen Büchern findet, die Politycki als die wahre Literatur reklamiert?

Solcherart unerträgliches Auftreten sollte sich Politycki besser verkneifen; manch einer könnte sich versucht sehen, sein Gebaren in noch anderem, für ihn nicht weniger unvorteilhaften Lichte zu betrachten.



zurück


    


Impressum