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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats März 2010
Titel: Ausgewählte Werke
Autor(en): Detlev von Liliencron
Verlag: Wachholtz Verlag, Neumünster (592 S. / € 28,00)
ISBN-Nr.: 978-3529061356

Detlev von Liliencron (geb. am 3. Juni 1844 in Kiel, gest. am 22. Juli 1909 in Alt-Rahlstedt), zählt heute zu den fast vergessenen Dichtern, ist kaum noch auf dem Büchermarkt außerhalb der Antiquariate zu finden. Um so mehr ist dem Wachholtz Verlag aus Neumünster zu danken, der anläßlich seines 100. Todestages ein umfangreiches Buch auflegte, das einen repräsentativen Einblick in das Schaffen von Liliencrons gibt.

Der Spätromantik entwachsen, ist von Liliencron kaum einer bestimmten Stilrichtung sicher zuordnen. Er gibt Ansätze einer Neuromantik zu erkennen, von der sich Köpfe wie Rainer Maria Rilke oder Hugo von Hofmannsthal beeinflussen ließen, aber auch Züge eines frühen Impressionismus, in den Gedichten vor allem, sind unübersehbar.

Gab es namhafte Poeten, große Autoren, die sich in ein normales, geregeltes Leben fügten, konform gingen mit den Geboten und Verboten und Zwängen einer bürgerlichen Gesellschaft, nie und nirgendwo aneckten, nicht unberechenbar ausbrachen und oft genug auch scheiterten? Es gab sie, die Braven, die Ordentlichen, die Konstanten, gewiß, doch in der Überzahl sind sie wohl bis heute nicht.

Von Liliencron gehörte eher zu den Literaten mit dem unruhigen, dem chaotischen Leben, voller Widersprüche mit sich selbst und der Welt. Verarmtem Adel entstammend, Soldat mit Kriegseinsatz, den Dienst wegen der hohen Schuldenlast quittierend, einige Jahre im preußischen Verwaltungsdienst, auch dort erneuter Überschuldung halber ausgeschieden, mehrfach verheiratet, nie wirklich begütert, von seinen literarischen Arbeiten ein eher schlechtes als rechtes Leben führend, mit dem er am Ende zunehmend haderte. Auf dem Friedhof in Hamburg-Rahlstedt liegt er begraben.

Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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