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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats Juli 2009
Titel: Platero und ich
Autor(en): Juan Ramón Jiménez
Verlag: Insel Taschenbuch
ISBN-Nr.: 3-458-33156-8

Ein Junge durchstreift auf einem kleinen Esel seine andalusische Heimat, und immerzu plaudert der junge Reiter mit „Platero“, der ihn klaglos trägt und erträgt, erzählt ihm von allem, was er sieht, was er denkt, wie er empfindet, läßt sein sanftmütiges Reittier teilhaben an seiner Sicht der Welt, im kleinen wie im großen.

Entgegen naheliegender Befürchtung gestaltete Jiménez die Geschichte nicht als sentimentales Rührstück, vermenschlichte den Esel nicht, sondern brachte viele berückende Texte zu Papier, nicht belehrend, nicht moralisierend, nicht das Lamento eines altersklugen, naseweisen Heranwachsenden. Das zwischen zwei aufgestellten Eselsohren hindurch Beobachtete, die Erlebnisse am Wegesrand sprechen ihre eigene Sprache, und Jiménez macht daraus Schilderungen voller wundervoller Poesie, eine – wie er es selbst bezeichnete – „andalusische Elegie“, 138 kleine Geschichten und Geschichtchen, die meisten von ihnen kaum mehr als eine Seite lang.

Juan Ramón Jimenez erhielt 1956 den Nobelpreis für Literatur, und in erster Linie wurde ihm die Ehrung für „Platero und ich“ (1917 erstveröffentlicht) zugesprochen. Nicht wenige zählen das Werk zu einem der schönsten Bücher des letzten Jahrhunderts. Es stellt sein renommiertestes Buch dar, das 1953 ins Deutsche übersetzt wurde, dennoch bei uns kaum Bekanntheit erlangte.
Jiménez wurde 1881 in Andalusien geboren, besuchte ein Jesuitenkolleg und studierte Jura an der Universität in Sevilla. Bereits mit fünfzehn Jahren veröffentlichte er erste Dichtungen. Er galt zeitlebens als sehr menschen- scheu. Mit neunzehn Jahren verlor er den Vater, verfiel in Depressionen, die den Aufenthalt in einem Sanatorium erforderlich machten. Als seine Frau nach langjähriger Ehe 1956 starb, zog er sich in sein Haus auf Puerto Rico zurück; er überlebte sie nur um zwei Jahre.

Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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