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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats April 2015
Titel: Butcher´s Crossing
Autor(en): John Williams
Verlag: DTV (365 Seiten / € 21,90)
ISBN-Nr.: 3-423280495

John (Edward) Williams (1922 – 1994) zählt zu den vielen bedauernswerten Autoren, die zu Lebzeiten verkannt, deren Fähigkeit, deren Kunstfertigkeit – völlig unverständlich – übersehen wurden. Bezeichnend hierfür steht sein erfolgreichster Roman „Stoner“ (1965), dessen Manuskript insgesamt siebenmal von Verlagen abgelehnt worden sein soll; derselbe Text, derselbe Roman, der es Jahrzehnte später – als er nicht mehr lebte – zu großem Ruhm, zu großen Auszeichnungen brachte.

Erst 2013 wurde John Williams von der deutschen Literaturszene entdeckt, ein Umstand, der alles über die hierzulande herrschenden literarischen Verhältnisse aussagt.

Vor „Stoner“ schrieb Williams „Butcher’s Crossing“ (1960), ein Werk, das gleichfalls erst Jahre später nach seiner Entstehung – wohl im Verbund mit „Stoner“ – die literarische Welt aufhorchen ließ, als John Williams längst gestorben war. Dabei steht dieser Roman dem nachfolgenden „Stoner“ in seiner literarischen Qualität in nichts nach. Nur die erzählten Geschichten könnten unterschiedlicher kaum sein. Bei „Stoner“ erleben wir die Entwicklung eines Jungen, der notgedrungen die ärmliche elterliche Farm verläßt und es nach vielerlei Irrungen und Wirrungen schließlich bis zum Universitätsprofessor bringt.
In „Butcher’s Crossing" kehrt der Havard-Student Andrews seiner wohlbehüteten und komfortablen Welt in Massachusetts den Rücken und zieht hinaus in die unwirtlichen Prärien Kansas. Wir schreiben die Jahre um 1870. In einem von abenteuerlichen, ruhelosen Männern bevölkerten Nest namens Butcher’s Crossing reift in dem jungen Studenten der Entschluß, sich einer Gruppe anzuschließen, die in den Rocky Mountains großen Büffelherden nachstellen will. Der Treck in den tiefen Westen entwickelt sich als gnadenlose Konfrontation mit den Menschen um Andrews herum wie mit der wilden, ungezähmten Natur, die sich ihrer Eroberung entgegenstellt.
Ein grandioser Stoff, in feinem Stile erzählt, von einem wahren Romancier, wie man ihn heute unter den veröffentlichten deutschsprachigen Autoren kaum mehr findet.

John Williams war Universitäts-Professor, lehrte Englische Literatur, über die er auch seine Doktorarbeit schrieb, arbeitete an den Universitäten in Denver und Columbia, gab Kurse und hielt Vorlesungen über Creative Writing. Er war berüchtigt als exzessiver Trinker und Raucher und Veranstalter legendärer Saufgelage.
Nicht alles, was er sonst noch schrieb – sehr viel ist es nicht – ist gut, doch welcher Autor blieb bzw. bleibt schon von diesen Schwankungen in seinem Schaffen verschont.
Mit den deutschen Übersetzungen von „Stoner“ und „Butcher’s Crossing“ brachte er es in jüngster Zeit immerhin auch schon bei uns bis in die anspruchsvolleren Bestenlisten.










Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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