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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats September 2011
Titel: Die Einsamkeit der Primzahlen
Autor(en): Paolo Giordano
Verlag: Heyne Verlag (363 S. / € 8,99)
ISBN-Nr.: 3-453-40801-2

Paolo Giordano veröffentlichte mit diesem Buch einen überaus erfolgreichen Debütroman, der inzwischen eine Auflage von mehr als einer Million aufweist und in über zwanzig Sprachen übersetzt und auch verfilmt wurde. In Italien war es im Erscheinungsjahr 2008 das meistverkaufte Buch und wurde bald darauf mit dem wichtigsten Literaturpreis des Landes, den „Premio Strega“, ausgezeichnet. Giordano, 1982 in Turin geboren, studierte Physik und schrieb sich in dieser Studienrichtung auch als Doktorand ein. Physiker haben viel mit Mathematik zu tun. Daher vielleicht die Titelwahl?

Es wird die Geschichte eines Mädchens (Alice) und die eines Jungen (Mattia) erzählt, die lange Zeit nichts voneinander wissen. Beide werden sie in frühen Jahren versehrt, das Mädchen am Körper, der Junge an der Seele. Alice behält von einem Skiunfall, in den sie vom gefühllosen Vater getrieben wird, ein verunstaltetes Bein zurück. Mattia läßt seine geistig behinderte Zwillingsschwester, als sie ihm anvertraut ist, alleine auf einer Parkbank in der Nähe des großen Flusses zurück, nur für eine kurze Zeit, doch seitdem fehlt von ihr jede Spur. An den Folgen ihrer so unterschiedlichen Verwundungen tragen sie auf Dauer, können die Vergangenheit nicht abschütteln. Irgendwann, schon Heranwachsende, begegnen sie sich zufällig, wie es das Leben so will, fühlen sich auf merkwürdige Weise gegenseitig angezogen. Doch sie finden nicht zusammen, bei allen Gemeinsamkeiten, die sie aneinander feststellen, kommen sich nah und bleiben sich doch fern, über Jahre hinweg. Sie haben keinen Sex miteinander, küssen sich nicht einmal richtig, können dennoch nicht voneinander lassen. Sie, die Lebensuntüchtigen, jeder vereinsamt auf seine Weise, die sich als größte Intimität ihre davongetragenen Narben zeigen oder davon erzählen, bleiben auf Dauer unvereinbar. Vielleicht ähnlich, wie es bei Zwillingsprimzahlen der Fall ist.

Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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