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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats April 2011
Titel: Totto-chan
Autor(en): Tetsuko Kuroyanagi
Verlag: Fischer Verlag
ISBN-Nr.: 3-596-12220-1

Ein hyperaktives Mädchen stört den Unterricht, bringt durch sein auffälliges Verhalten alles um sich herum aus dem Lot und wird schon bald der Schule, seiner ersten überhaupt, verwiesen, gelangt schließlich an die Schule des Lehrers Sôsaku Kobayashi, dessen Klassenzimmer fast ausnahmslos aus ausrangierten Eisenbahnwaggons bestehen. Eine überaus vorteilhafte Fügung für Totto-chan, wie sich herausstellt, die fortan eine glückliche Schulzeit erlebt, die sie – und ihre Mitschüler – für das ganze Leben prägt.

Totto-chan wird Teil der Geschichte eines charismatischen Lehrers, der ungewöhnliche, mitunter auch umstrittene Wege einschlägt, um Kinder auf das Leben vorzubereiten. Er bringt ihnen das Lesen, Schreiben und Rechnen bei, doch er lehrt sie noch ungleich Wertvolleres, Wichtigeres: den Glauben an sich selbst und den uneingeschränkten Respekt vor anderen Menschen, die Achtung allen Lebens, der Schöpfung schlechthin. Nur ein einziger Gedanke scheint diesen begnadeten Pädagogen zu beseelen: Die Liebe zu Kindern. Und dazu der unerschütterliche Glaube daran, daß jedes Kind ein Recht darauf habe, nach seinen ureigensten Gaben und Veranlagungen angenommen und gefördert zu werden.

Tetsuko Kuroyanagi („Totto-chan“) wird sehr erfolgreich, bringt es zu etwas im Leben, erringt Namen und Ansehen weit über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus. Ihrem Lehrer setzt sie ein unvergeßliches Denkmal, indem sie dieses Buch schrieb, das inzwischen in Millionenauflagen gedruckt und in zahlreiche Sprachen rund um den Erdball übersetzt ist und noch immer nachgefragt wird, auch wenn man zu seinem Erwerb mittlerweile Antiquariate aufsuchen muß.

Sôsaku Kobayashis Schule wurde Opfer des Krieges. Als sie vor seinen Augen niederbrannte, soll er seinen neben ihm stehenden Sohn gefragt haben: „Was für eine Schule bauen wir nächstes Mal?“ Dazu kam er nicht mehr, denn er starb, ohne daß er seine neuen Pläne in die Tat umsetzen konnte.

Wann dies alles geschah? „Totto-chan“ wurde am 8. August 1933 in Japan geboren, ihr Lehrer am 18. Juni 1893 und war demzufolge Mitte Vierzig, als sie von ihm persönlich in seine Schule aufgenommen wurde. Eine halbe Ewigkeit ist wohl seitdem vergangen, doch die Prinzipien und Thesen des Lehrers Sôsaku Kobayashi sind heute noch so gültig, als habe er sie gestern erst verkündet.




Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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