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Aus der Welt der Literatur



2012-01-19
Fremde Stadt (Die Gedichte / Hermann Hesse / Suhrkamp Taschenbuch / ISBN 3-518-36881-8)

Hermann Hesse (1877 – 1962) schrieb - neben zahlreichen Romanen, Erzählungen und Essays – annähernd 1500 Gedichte. Viele davon handeln von wehmütigem Erinnern an Kindheit und Jugend, von Verlust und Vergänglichkeit, von der Endlichkeit aller Dinge. Dabei spannt er den Bogen weit, schwankt zwischen Zagen und Hoffen, ein Wanderer zwischen banger Zuversicht und schierer Verzweiflung.

Hesses literarisches Werk weist nicht selten selbstreflektierende Züge auf, doch die Grenzen zwischen Autobiographischem und Erfundenem, zwischen Erlebtem und Erdachtem verlaufen bis zur Unkenntlichkeit, lassen – selbst bei fundierteren Kenntnissen seiner Lebensumstände – von Fall zu Fall allenfalls ein Ahnen zu. Doch vielleicht spiegelt Lyrik immer etwas von der Seele des Poeten wider, sehr viel stärker noch, als Romane oder Novellen dies je vermögen.

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Fremde Stadt (Hermann Hesse)

Wie das so seltsam traurig macht:
Ein Gang durch eine fremde Stadt,
Die liegt und schläft in stiller Nacht
Und mondbeglänzte Dächer hat.

Und über Turm und Giebel reist
Der Wolken wunderliche Flucht
Still und gewaltig wie ein Geist,
Der heimatlos nach Heimat sucht.

Du aber, plötzlich übermannt,
Ergibst dem wehen Zauber dich
Und legst Dein Bündel aus der Hand
Und weinest lang und bitterlich.





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