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Aus der Welt der Literatur



2011-08-29
Wünschelrute / Joseph von Eichendorff / Sämtliche Gedichte und Versepen / Insel Verlag / ISBN 3-458-17365-6

Joseph von Eichendorffs Gedicht „Wünschelrute“ ist Synonym für das literarische Zeitalter der Romantik schlechthin. Weltfern, rätselhaft, geheimnisvoll und dem Leser zumeist jene leichte Verwundung zufügend, gegen die es keinen Schutz gibt.

Wahre Literatur fängt dort, wo das nicht Erklärbare ist, wie zu keiner Zeit vor ihr und danach verkörpert durch die Epoche der Romantik, der viele bereits das endgültige Totenglöcklein läuteten. Doch sie irren. Auch wenn heutzutage niemand mehr so schreibt wie die großen Romantiker, so bleiben ihre Werke doch unvergessen. An vielerlei Dingen ist die zunehmende Hinwendung der Menschen zu Vergangenem zu beobachten. Und je unpersönlicher die Welt für sie wird, je stärker die Entfremdung um sie herum stattfindet, umso intensiver scheint ihr Verlangen nach den Dingen zu werden, die sich der rationalen Deutung und Analyse entziehen. Immer öfter tauchen in Geburtsanzeigen inzwischen wieder Uraltnamen wie Klara, Mathilde, Emma, Lina, Walburga, Josef, Paul, Ludwig oder Melchior auf, die Mode beginnt sich erneut auf längst vergangene Stilrichtungen zu besinnen. In der Literatur wird es, wenn nicht alle Vorzeichen trügen, zumindest im Leseverhalten partiell zu einer ähnlichen Renaissance kommen. Das Schlechteste wäre dies gewiß nicht.

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Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.



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