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Aus der Welt der Literatur



2011-02-03
Ich liebe dich ..... (Else Lasker-Schüler / Sämtliche Gedichte / Jüdischer Verlag, Frankfurt)

„ - - „Mein Lebelang und immer noch bin suchend ich umhergeirrt ..." heißt es im zweiten Vers ihres Gedichtes; leise und verhalten und doch ein unüberhörbarer Schrei, spiegelt er doch ihr Leben wider, das gezeichnet war von der Suche nach Geborgenheit, nach Zuneigung, besonders nach der Liebe, die ihr, der Ruhelosen, der Getriebenen, wohl zeitlebens verwehrt blieb, die sie bei den Männern, denen sie begegnete, nicht finden konnte.

„Dies war die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte.“ Gottfried Benn soll diese Worte über Else (Elisabeth) Lasker-Schüler (1869 – 1945) gesagt haben. Auch wenn er als einer ihrer zahlreichen Geliebten nicht unbedingt zu den objektivsten Rezensenten zu zählen sein wird. Dennoch, zweifellos war sie eine große Lyrikerin und Poetin ihrer Zeit, zog wie wenige andere künstlerisch Ambitionierte die Aufmerksamkeit auf sich. Exzentrisch, exaltiert, schillernd, sinnlich bis zur Provokation in Wort und Schrift. Der Verlauf ihres Lebens gibt ihr Wesen, ihre jüdische Herkunft und vor allem die Zeit, in der sie lebte, mit aller Deutlichkeit und Unbarmherzigkeit wider. Unter der sich abzeichnenden Bedrohung durch die Nationalsozialisten emigrierte sie bereits 1933, unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung, in die Schweiz, doch auch dort war sie nicht gelitten, erhielt ein Schreibverbot. 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, ihre Kunst als „entartet“ eingestuft.

Die Schweiz duldete sie mit befristeten Aufenthaltserlaubnissen, ließ sie durch die Fremdenpolizei überwachen. Zweimal reiste sie nach Palästina, nach der dritten Reise dorthin verwehrte ihr die Schweiz die Rückkehr, verweigerte ihr ein weiteres Visum. Bis zu ihrem Tod lebte sie in Jerusalem; sie starb am 22. Januar 1945, erlebte den Untergang Hitler-Deutschlands nicht mehr, den sie schon früh vorausgesagt hatte.

Wie bei vielen großen Frauengestalten der Literatur, so weist auch ihr Leben wohl nur wenige Momente des Glücks auf, war um so mehr geprägt von Schmerz und Tragik. Auf dem Ölberg, dem für Juden so symbolträch- tigen Friedhof, liegt sie begraben.


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Ich liebe dich ..... (Else-Lasker Schüler)


Ich liebe dich
Und finde dich
Wenn auch der Tag ganz dunkel wird.

Mein Lebelang
Und immer noch
Bin suchend ich umhergeirrt.

Ich liebe dich!
Ich liebe dich!
Ich liebe dich!

Es öffnen deine Lippen sich .....
Die Welt ist taub,
Die Welt ist blind

Und auch die Wolke
Und das Laub –
– Nur wir, der goldene Staub
Aus dem wir zwei bereitet:
– Sind!





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