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Aus der Welt der Literatur



2009-03-20
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (Milan Kundera / Fischer Taschenbuch Verlag / ISBN 3-596-25992-4)

Roman-Autoren sind oft versucht, in ihren Texten der Leserschaft ihre ureigensten Weisheiten und Erkenntnisse über Gott und die Menschheit gleich mit auf den Weg zu geben. Allerdings sind nur wenige zu solchem Tun, das im mißlungen Fall höchst peinlich bis penetrant aufstoßen kann, wirklich berufen. Milan Kundera versteht sich vortrefflich auf diese Art der literarischen Weltbetrachtung. Selbst wenn nicht jeder Satz zu revolutionären neuen Einsichten führt, kann das Vergnügen schon darin bestehen, bei der Lektüre bestätigend mit dem Kopf zu nicken und sich nicht allein zu wissen mit der eigenen, bislang unreflektierten Sicht mancher Dinge.

„Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ ist wohl Kunderas´ bedeutendster Roman. Er veröffentlichte ihn erst 1982, obwohl seine Handlung in die Zeit des „Prager Frühlings“ fällt, der 1968 unter russischen Panzerketten blutig endete.
Kundera, der heute in Frankreich lebt, war immer ein politischer Schriftsteller, engagierte sich einige Jahre in der Kommunistischen Partei seines Landes, mit der er schließlich endgültig brach. Seit 1981 ist er französischer Staatsbürger; seine demütigenden, beschämenden Erlebnisse nach der Niederschlagung der Reform-Bewegung in seinem Heimatland hat er nie verwunden.

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Textauszug:

„Die wahre menschliche Güte kann sich in ihrer absoluten Reinheit und Freiheit nur denen gegenüber äußern, die keine Kraft darstellen. Die wahre moralische Prüfung der Menschheit, die elementarste Prüfung (die so tief im Innern verankert ist, daß sie sich unserem Blick entzieht) äußert sich in der Beziehung der Menschen zu denen, die ihnen ausgeliefert sind: zu den Tieren. Und gerade hier ist es zum grundlegenden Versagen des Menschen gekommen, zu einem so grundlegenden Versagen, daß sich alle anderen aus ihm ableiten lassen.“



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