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Aus der Welt der Literatur



2005-11-22
Hand an sich legen (Jean Améry)

Jean Améry hat Zeit seines Lebens den Freitod als unveräußerliches Menschenrecht propagiert, auch niedergeschrieben in der Apologie „Hand an sich legen“.

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Noch bevor Jean Améry, mit richtigem Namen Hans Mayer, die Greuel in Auschwitz und Bergen-Belsen erlebte und überlebte, nahm ihn der Gedanke des Freitods, des selbstbestimmten Vorgriffs auf das Unabänderliche, gefangen, beherrschte mehr und mehr seine Gedanken und sein Schaffen. Er sprach und schrieb immer häufiger über jene elementarste Handlung des Menschen an sich selbst, veröffentlichte 1976 darüber u. a. die Apologie „Hand an sich legen“.
In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt er als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Essayisten, während seine Romane nicht den von ihm angestrebten und erwarteten literarischen Widerhall fanden, was ihn zutiefst kränkte und verletzte.

In einem Pressegespräch sprach ihn ein forscher Journalist auf seine Anmerkungen und Andeutungen zum Freitod an und was es nun damit auf sich habe.
„Warten Sie´s ab, junger Mann, warten Sie´s ab“, antwortete der so Angesprochene.

Am 17. Oktober 1978 – kurz vor Vollendung des 66. Lebensjahres – schied Jean Améry in einem Salzburger Hotel durch eigene Hand aus dem Leben.



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