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Aus der Welt der Literatur



2004-12-18
Als der Krist zur Welt geboren wurd (Bertolt Brecht)

Die Weihnachtsgeschichte als Gedicht, befreit vom sentimentalen Weihrauch und Sternenhimmel, ohne Glitzer, ohne Lametta und pausbäckige Engel; so, wie es hätte gewesen sein können....

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War es für seine Mutter eine schwere Geburt.
Es kam auch überraschend schnell
Und da war kein Geld da für ein Hotel.
Maria setzte sich auf einen Stein
Und Josef lief herum, sich das Geld ausleihn.
Da kam er aber übel an
Denn wer leiht einem Arbeitsmann?
Sie fanden am End mit knapper Not
Einen Bauern, der ihnen seinen Stall anbot.
Dann aber wandte sich das Blatt
Und alles ging plötzlich merkwürdig glatt.
Eine Kiste stand da, das gab einen Tisch
Und der Knecht brachte heimlich sogar einen Fisch.
Den trug er unterm Rock, daß es niemand sah.
Und plötzlich stand die Magd mit einem Strohbüschel da
Damit konnte man, wenn man nur sparsam verfuhr
Die Ritzen zustopfen zwischen Stalltür und Flur.
Die Kühe schnauften schwer und voll
Was einen Raum ja warm machen soll.
Das Licht war anfangs etwas schwach
Doch dann schien der Mond durch ein Loch im Dach.
So wurd es noch ganz behaglich. Je nun
Mehr konnte die Welt für den Krist nicht tun.



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