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21.07.2006 Literarischer Johannistrieb

Es ist eben nicht überraschend, daß Schriftsteller, die sich umgangssprachlich gern zu den Intellektuellen zählen lassen, ein durchaus profanes, konformes Verhalten an den Tag legen, wenn sie in die Jahre kommen. Die Alterslüsternheit. Und darüber schreiben sie dann Bücher, die schon vom Ansatz her meist von minderer literarischer Qualität sind, weil sie – zu Unrecht? – als der eigenen Gefühlswelt nahestehend verdächtigt werden. Für einen Romancier von Rang und Namen eine nahezu vernichtende Einschätzung.

Mit seinem vor kurzem erschienenen Roman „Angstblüte“ versuchte sich Martin Walser zum zweiten Mal an diesem Genre, obwohl oder weil ihm vor zwei Jahren „Der Augenblick der Liebe“ bereits gründlich mißlungen war. Auch das neue Buch wird seinen Ruhm nicht mehren. Die Geschichte – alter Mann liebt junge Frau – vermittelt wahrlich keine neuen Offenbarungen, auch dann nicht, wenn angestrengt Vulgärsprache bemüht und Siebzigjährigen noch eine erstaunliche Potenz auf den Leib geschrieben wird.

Walser mag trösten, daß er sich in guter Gesellschaft befindet: Gabriel Garcia Mãrquez („Erinnerungen an meine traurigen Huren“), Vladimir Nabokov („Lolita“), Phillip Roth („Das sterbende Tier“), John Updike („Brasilien“), Charles Simmons („Das Venus-Spiel“), Walter Kempowski ("Hundstage") oder Louis Begley („Schiffbruch“).


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