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27.08.2005 Germanizismen......?

Viele räsonieren über die Plage der Anglizismen, die allerorten überhand zu nehmen scheinen, selbst dann, wenn geeignete Wörter in der Landessprache zur Verfügung stehen. Ein Ärgernis, ohne Zweifel.

Doch weiß man eigentlich auch, wieviel deutsche Wörter inzwischen – kaum oder nur geringfügig verändert – in mehr als fünfzig fremde Sprachen Einzug gehalten haben? Der Serbe blickt im Auto durch die „frontscheibnitza“, in Finnland kennt man den „besserwisser“, in Kanada ärgert man sich über den „klugscheisser“, und der Este bucht seine Reise im „reisibüro“. Der Franzose spielt „le handball“ und liebt „le schuss“ beim Skifahren, im Sommer fürchtet er „le waldsterben“. In Holland weiß man – seit dem Elfmeter beim WM-Endspiel in München 1974 – ein Lied von der „schwalbe“ zu singen, der man den immerwährenden „angstgegner“ bezichtigt. Und – besonders kurios – während wir hierzulande unsere Freizeitaktivitäten bevorzugt „outdoor“ ausüben, ist der Brite in den Bergen mit „abseiling“, im Wildwasser mit „canudeling“ beschäftigt, und das nicht selten mit „rucksack“ und großer „wanderlust“.

Der sprachliche Im- und Export mag noch nicht ganz ausgewogen sein, doch unsere Ausfuhrleistungen sind doch schon ganz beachtlich.


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