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12.07.2008 Junge Literatur

Dieser Begriff – mitunter noch bedeutungsschwerer als „Junge deutsche Literatur“ daherkommend – geistert hartnäckig durch den Literaturbetrieb. In Hildesheim gibt es sogar seit 2005 eine Veranstaltung, die sich der Sache annimmt. „Prosanova – Festival der jungen Literatur“ heißt dort die Sache, die sich über mehrere Tage hinzieht. Viel von „Werkstatt“ ist dort die Rede, von Diskussionen und Foren, selbst nichtöffentliche Treffen ausgesuchter Nachwuchsautoren (zehn!) finden statt. Die nahe Universität – Studiengang „Kreatives Schreiben“ – läßt grüßen.

Was ist denn nun „Junge deutsche Literatur“, von ihren Fürsprechern gerne auch als „Gegenwartsliteratur“ vorgestellt und gepriesen? Was zeichnet sie aus? Außer, daß es zumeist um traurige Protagonisten geht, die warten oder sitzen oder schweigen oder rauchen oder kopulieren oder in den tristen Hinterhof starren oder den Regen ins Gesicht bekommen oder nicht wissen, wie es weitergeht, jetzt und überhaupt und manchmal alles fast zugleich. Außer, daß in Teilen das Vokabular ausgetauscht wurde, die Sätze kürzer sind, öfter irgendwo in den Texten die Wörter mit dem „F“ untergebracht werden.

Was soll sich Revolutionäres daran geändert haben, heutzutage einen Roman, ein Gedicht, eine Erzählung zu schreiben gegenüber einer Zeit, die – sagen wir mal – fünfzig Jahre zurückliegt? Andere Inhalte, andere Stoffe, ja, gewiß, da läßt sich das eine oder andere finden. Generation Golf. Generation Tristesse. Doch eine andere Sprache? Stammelsätze? Stakkato-Prosa? Gut, das kann man ja machen für diejenigen, die solches mögen. Doch muß darüber gleich ein „Workshop“ gegründet werden? Nächtelange Diskussionen und Palaver? Und auch gleich noch ein paar politische Statements dazu?

Das Ausland scherte sich bislang so gut wie überhaupt nicht um den schriftstellerischen Nachwuchs der Republik. Und nichts spricht dafür, daß sich das bald ändern könnte.


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