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27.04.2008 Lesefaule Eltern

Jüngste Erhebungen ergaben, daß nahezu die Hälfte aller Eltern ihren Kindern so gut wie nichts vorliest, meist selbst nicht gerne liest und kaum über Bücher verfügt. Auf der anderen Seite fordern sie, daß ihre Kinder von Anfang an eine gute Ausbildung erhalten. Doch wie soll das gehen, wie soll das funktionieren?

Kinder, die bis zur ihrer Einschulung nicht an Bücher gewöhnt wurden, keine Bilderbücher in die Hand bekamen oder ihren Eltern nicht beim Vorlesen lauschen konnten, weisen gravierende Defizite im Wortschatz bzw. im Sprechvermögen auf, sind in den meisten Fällen für das spätere Lesen bereits für immer verloren. Ein Teufelskreislauf, denn anspruchsvolles Lernen ohne ein entsprechendes Sprach- und Leseverständnis erweist sich in der Folge zwangsläufig als schwieriges, nicht selten bereits als aussichtloses Unterfangen.

Doch was soll man davon halten, wenn nur 10 % der betroffenen „Problem-Eltern“ von angebotenen Hilfs- und Unterstützungsmitteln (Büchertaschen mit Bilderbuch und Elternratgeber) Gebrauch machen? Sie versündigen sich an ihren Kindern in unverantwortlicher Weise, schränken von Anfang an ihre beruflichen wie gesellschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten eklatant ein, nehmen ihnen auf Dauer vielerlei Chancen auf die beglückende Teilhabe am kulturellen Leben eines Landes, verstellen ihnen zumeist irreparabel jeglichen beruflichen Aufstieg.

Wenn die Kinder ihr Los begreifen, das nicht vom Himmel fiel, sondern ihnen ihre Eltern bescherten, ist es in den allermeisten Fällen zu spät für eine Umkehr aus eigenem Antrieb.

Die Verursacher des Elends zählen in der Regel zu den ersten, die anschließend die Schuld für das Scheitern ihrer Kinder in Schule und Beruf beim Staat und anderen Verantwortlichen suchen.


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