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Kritikus


30.08.2007 Von Altersmilde keine Spur........

Andere werden mit den Jahren milder, nachsichtiger, im besten Falle sogar gütiger. Bei Reich-Ranicki zeigt sich indes hiervon nicht der Ansatz einer Spur. Hier einige Kostproben jüngster Einlassungen zu Leserfragen, die er wöchentlich im Feuilleton einer renommierten Wochenzeitung beantwortet:




„Sagen Sie Ihren Studenten, daß dies kompletter Unsinn ist und daß ich nicht bereit bin, mich darauf einzulassen.“

(Die Frage des Germanistik-Professors, die dieser stellvertretend für seine Schäfchen stellte, ist in diesem Zusammenhang vernachlässigbar. Zugegeben, sie war nicht eben ein fulminanter Geistesblitz.)



„Ihre Bekannten, die nicht einmal seinen Namen kennen, haben keine Ahnung von zeitgenössischer Literatur.“ (Anmerkung von Kritikus: Nun mit dem Vorschlaghammer:) „Das gilt für sehr viele Bewohner dieses Landes und aller anderen Länder.“

(Es ging um Durs Grünbein und Zeitgenossen, die sich erlauben, ihn nicht zu kennen.)




Nun wissen wir ja, daß RR so seine Marotten und Spleenigkeiten hat, die er – da medienwirksam – genußvoll hegt und pflegt und die inzwischen zu einer Art Markenzeichen für ihn wurden. Neu ist, daß er seit geraumer Zeit bisweilen doch an Schärfe übertreibt, mitunter auf dem Grate balancierend, der von Verletzung trennt.

Lieber RR, die Weisheit zeichnet Milde aus. Und deshalb künftig vielleicht doch wieder mehr Florett und weniger den Degen, schon gar nicht die Hellebarde.


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