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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats Juni 2010
Titel: Nächtliche Vorkommnisse
Autor(en): William Gay
Verlag: Arche Literatur Verlag (286 S. / € 19,90)
ISBN-Nr.: 978-3-7160-2605

William Gay (geb. 1943, lebt in Tennessee/USA) schrieb schon seit seiner frühen Jugend, veröffentlichte jedoch erst mit 55 Jahren erste Erzählungen, ist also ein wahrlich Spätberufener. Die längste Zeit seines bisherigen Lebens verbrachte er allerdings als Handwerker, als Schreiner und Maler.
2007 gelang ihm mit „Nächtliche Vorkommnisse“ (Originaltitel: „Twilight“) ein bemerkenswerter Roman, den Stephen King seinerzeit als „beste Neuerscheinung“ des Jahres lobte. Und das will schon etwas heißen. Seit 2009 liegt der Text auch in deutscher Übersetzung vor.

Das Buch ist beklemmend, es ist unheimlich, es ist deprimierend und ängstigend. Nirgendwo will Hoffnung aufkommen, das Fürchterliche scheint unaufhaltsam, läßt keine Fluchten zu, so scheint es. Das Böse, die Bösartigkeit, die schier unglaublichen Scheußlichkeiten, zu denen Menschen fähig sein können, zumindest eine Spezies unter ihnen, ziehen sich über die gesamten 286 Seiten hin, es gibt so gut wie keinen Satz, der Heiteres oder Unbekümmertes beschreibt, der dem Leser einen Anflug von Erholung vom allgegenwärtigen Schrecken der monströsen Ereignisse einräumt, die der Autor in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Tennessee geschehen läßt.

Am Ende ist nichts gut, nichts findet eine Erklärung, und es gibt auch keine Erlösung, keine Wendung zum Besseren hin, kein lichter Tag zieht herauf. Ist das Leben so? Gewiß nicht nur, doch es vermag wohl so zu sein.

Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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