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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats März 2016
Titel: Gegen den Strich
Autor(en): Joris-Karl Huysmans
Verlag: dtv klassik (272 S. / € 9,90)
ISBN-Nr.: 3423130989

Für viele Dinge, die die Menschheit umtrieb und umtreibt, sind „Kultbücher“ auf dem Markt, erschienen im Laufe der Jahrhunderte, seitdem veröffentlichte literarische Texte irgendwie und irgendwo registriert, aufgelistet, für die Nachkommenden gespeichert und aufbewahrt werden.

Eines dieser ewige Berühmtheit erlangenden Bücher ist „Gegen den Strich“ von Joris-Karl Huysmans (Übersetzung des Originaltitels „Gegen alle“), von ihm veröffentlicht 1884 und sein wohl bekanntestes Werk. Er schrieb – und brach mit diesem Roman endgültig mit seinem zuvor gepflegten Naturalismus – ein Buch über die Dekadenz schlechthin. Sein Protagonist, ein adeliger französischer Dandy, lebt in die Jahre des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts auf eine Art und Weise hinein, wie sie nutzloser, exzentrischer, eigenbrötlicher, werteloser, perverser und aberwitziger kaum sein könnten. Doch übertrieb Floressas Des Esseintes, so der Name des Helden, tatsächlich, ließ ihn Huysmans wirklich außerhalb des Naturalismus agieren? Oder steckt nicht doch ein gehöriges Maß an Realismus in seinem Tagesablauf, im Verlaufe seines öden, langweiligen und doch so bemerkenswerten Lebens?

Völlig unabhängig von der erzählten Geschichte um den unnützen Adeligen orchestriert, demonstriert Huysmans ein den Leser atemlos machendes ungeheures Wissen um die seinerzeitige Welt im Allgemeinen und die der Kunst im Beonderen. Seite für Seite fragt sich der Leser mehr und mehr, woher der Autor zu diesem Wissen, zu diesen schier unglaublichen Kenntnissen gelangen konnte. Und das ohne die zur Verfügung stehenden Informationsmöglichkeiten der ihm folgenden Zeit.

Nicht einfach zu lesen, nein, geradezu anstrengend gestaltet sich die Lektüre des von mehreren Verlagen aufgelegten Bandes, nicht überall mehr zu beziehen, mit Sicherheit jedoch in Antiquariaten zu finden.

Wer sich ein außergewöhnliches Lese-Erlebnis bescheren will, ist mit diesem Buch auf dem richtigen Weg dazu.



Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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