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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats September 2015
Titel: Irgendwann werden wir uns alles erzählen
Autor(en): Daniela Krien
Verlag: List / 235 S. / € 9,99
ISBN-Nr.: 3-548-61131-1

Nichts von Berghain und anderen Szenelokalitäten, keine egozentrische Problembewältigung unter Roman-Buchdeckeln , keine Stammelsatzprosa, kein Cannabis, kein Chillen, nichts von Lakonie. Einfach nur ein Roman, der diesen Namen verdient und nicht, wie heute so gerne praktiziert und von Feuilletons so oft goutiert, mehr oder weniger das eigene Dasein des Schreibenden widerspiegelnd, der von der an sich undramatischen Existenz und dem Schicksal einer Reihe von Menschen erzählt, die wohl so oder so ähnlich gelebt haben können, der Lebensläufe schildert, wie sie sich jederzeit wiederholen könnten, bis auf den Umstand, daß der Roman um die Zeit der "Wende", der deutschen Wiedervereinigung, spielt.

Die Sprache des Buches ist unprätentiös, mitunter auch einfach. "Umgangssprachlich" ist hierfür der nicht angemessene Begriff. Doch in diesem Falle liegt ein besonderer Erzählrhythmus in der klar gegliederten, manchmal einfach anmutenden Satzbildung und Satzgestaltung. Es ist Kriens erster Roman und man darf gespannt sein, ob sie diesen Schreibstil als eigene, quasi angeborene Ausdrucksweise beibehält oder ob sie sich im vorliegenden Roman bewußt zu dieser Form des Schreibens durchrang.

"Irgendwann werden wir uns alles erzählen" wurde bei seiner Veröffentlichung stark unterschätzt. Manche sich der "Jungen Literatur", der konformen Gegenwartsliteratur andienende Feuilletons haben den Roman bis heute noch nicht richtig zur Kenntnis nehmen wollen. Ihre Verweigerungshaltung werden sie wohl bald aufgeben müssen, denn inzwischen wurde bzw. wird Kriens Erstling in immerhin schon fünfzehn Sprachen übersetzt.


Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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