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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats Juli 2014
Titel: Der erste Sohn
Autor(en): Philipp Meyer
Verlag: Knaus Verlag (608 Seiten / € 24,99)
ISBN-Nr.: 3813504798

Nahezu zweihundert Jahre amerikanischer Geschichte hat Philipp Meyer in seinem Roman zusammengetragen. Und gut fünf Jahre schrieb er dem Vernehmen nach daran. Es geht um Geschichte und Schicksal der Familie McCullough, beginnend mit der Geburt des Hauptprotagonisten Elis am 2. März 1836 – derselbe Tag, an dem die Republik Texas gegründet wurde – und führt den Leser mehr oder weniger bis in die Neuzeit der Vereinigten Staaten. Elis Eltern gehören zu den ersten Siedlern, die gen Westen zogen und in das von Indianern bewohnte Gebiet vordrangen. Den grausamen Konflikten und blutigen Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern schenkt Meyer besondere Aufmerksamkeit, auf der anderen Seite räumt er gründlich mit mancherlei liebgewordenen Klischees auf, fügt neue Kenntnisse und Erkenntnisse über diese für den „Weißen Mann“ durch und durch nicht ruhmreiche Epoche hinzu.

Die Handlung, der „Plot“ des Romans, sind im Grunde nicht neu, zumindest die zu Beginn geschilderten Begebenheiten sind bereits zahlreich in Büchern zu lesen und in Filmen zu besichtigen gewesen: Der Überfall auf die Siedlerfamilie durch Indianer, das Hinmetzeln der Familie vor den Augen des Jungen, den die Indianer als einzigen verschonen und mitnehmen und der fortan ein Leben als Indianer führt, sich mit ihren Sitten und Gebräuchen vertraut macht, sie zu schätzen lernt und schließlich mehr oder weniger einer der ihren wird. Doch die Zeit schreitet voran, das Land verändert sich unglaublich schnell und radikal, immer mehr Weiße bevölkern die Landstriche, ihnen ist nichts heilig, sie machen vor nichts und niemandem halt. Nichts bleibt, wie es war.

Hier verläßt Meyer dann das übliche Genre, die gängigen Erzählmuster. Elis, dem die Indianer die Familie nahmen, paßt sich an, inzwischen ausgestattet mit indianischen Wesensmerkmalen und Eigenschaften, die er geschickt und unnachsichtig zum eigenen Vorteil einzusetzen weiß, kehrt zu den Weißen zurück, entwickelt sich zum erfolgreichen Geschäftsmann, der mit Land und Bodenschätzen seinen Weg für sich und die Seinen geht und das Fundament für eine einflußreiche, mächtige Dynastie legt.

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Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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