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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats Februar 2014
Titel: Stoner
Autor(en): John Williams
Verlag: DTV (352 Seiten / € 19,90)
ISBN-Nr.: 3-4232801580

Wahre Roman-Autoren zeigen sich, wenn eigentlich Unspektakuläres erzählt wird, wenn die Alltäglichkeit des Lebens aufscheint, die kleinen Dramen und Triumphe, die ein Menschenleben begleiten, allüberall auf der Welt, seit sie von Menschen bewohnt wird. Und deren Geschichten man dennoch fasziniert aufnimmt, deren Bücher man nicht aus der Hand legen kann. Die Sprache der Autoren allein ist es, ihre Worte, ihre Sätze, derer sie sich bedienen, nicht weniger das Weggelassene, das Nichterzählte, die am Ende das starke Interesse am Einfachen, an der Normalität im Leser wachrufen.

John Williams wußte, worüber er schrieb. Sein Stoner ist Universitätsprofessor, und von dessen eher unauffälligem Leben erzählt er und das über ganze 350 Seiten lang, ohne daß den Leser irgendwann die Langeweile überwältigt.
Es gibt solche Lebensläufe, die erst beim zweiten Hinsehen ihr Unglück, ihre Mittelmäßigkeit, ihre Hoffnungslosigkeit offenbaren. Stoner ist ein solcher Mann, dem zwar vieles gelingt, aber immer doch nur bis zu einem gewissen Maße, nicht wirklich erfolgreich, vom Elternhaus angefangen über den eingeschlagenen Beruf bis zur Ehe, in der beide Partner sich gegenseitig das Glück nicht geben können.

John (Edward) Williams (1922 – 1994) war selbst Universitäts-Professor, lehrte Englische Literatur, über die er auch seine Doktorarbeit schrieb und arbeitete an den Universitäten in Denver und Columbia, gab Kurse und hielt Vorlesungen über Creative Writing. Er war berüchtigt als exzessiver Trinker und Raucher und Veranstalter legendärer Saufgelage.
Sein eigenes literarisches Schaffen hielt sich eher in Grenzen, sowohl was die Menge wie die Qualität seiner Arbeiten betraf. Sein dritter Roman – „Stoner“ – den er 1965 fertigstellte, soll insgesamt siebenmal abgelehnt worden sein, ehe sich schließlich ein Verleger erbarmte. Doch gerade dieser Roman sollte am Ende sein erfolgreichstes Werk werden, allerdings erst lange nach seinem Tod.
2003 wurde das Buch in die berühmte Reihe „New York Book Review Classics“ aufgenommen und ist seitdem in der Literaturwelt bekannt, brachte es inzwischen auch mit seiner deutschen Ausgabe hierzulande in jüngster Zeit bis in die anspruchsvolleren Bestenlisten.


Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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