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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats Juli 2013
Titel: Der große Gatsby
Autor(en): F. Scott Fitzgerald
Verlag: dtv (256 Seiten / € 10,20)
ISBN-Nr.: 3-423-13987-8

„Der große Gatsby“ ist F. Scott Fitzgeralds (1896 – 1940) bestes und inzwischen auch bekanntestes Buch, sein dritter Roman, er kam 1925 heraus, verkaufte sich jedoch zu seinen Lebzeiten nicht überragend, obwohl es bald Bühnenfassungen davon gab und auch eine erste Verfilmung. Fitzgerald, Aufsteiger aus kleinsten Verhältnissen zum reichen Mann, schrieb quasi über sich selbst und seine Zeit, das Amerika der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, präsentierte dem Leser ein schonungsloses Sittengemälde der amerikanischen Gesellschaft, und zwar der besseren, der Upper Class, samt ihren Günstlingen, Vasallen und Claqueuren.Man besitzt meist erkleckliches Eigentum, ist also materiell nicht schlecht aufgestellt, beruflich durchaus erfolgreich, die Zukunft verheißt mitnichten ein Jammertal. Und doch will sich kein Glück einstellen, man weiß nichts mit sich selbst und der freien Zeit anzufangen, Parties allerorten und zu jeder Gelegenheit, eine „Hi“- und „Hallo“-Gesellschaft, wertelos, ziellos, beziehungslos. Alles bekanntlich kein guter Nährboden für Freundschaften, für Treue, für florierende Partnerschaften.

Fitzgeralds Texte sind unverkennbar autobiographisch angelegt, er beschreibt tatsächlich im Grunde sein eigenes Leben, das nur 44 Jahre währte, in dessen Verlauf er dem Alkohol verfiel und von Depressionen heimgesucht wurde. Seine Ehe zerbrach.

Erst in den siebziger Jahren, nach der großartigen Neuverfilmung mit Robert Redford und Mia Farrow, wurde „Der große Gatsby“ einem größeren Publikum bekannt, in dessen Folge der Roman schließlich Weltruhm erlangte. Ein weiteres Paradebeispiel für die viel zu späte Würdigung und Anerkennung eines großen Schriftstellers.

„Der große Gatsby“ zeigt exemplarisch auf, was tatsächliche schriftstellerische Befähigung ausmacht. Es gibt Romane, die von ihrer Handlung leben, von dem, was in ihnen geschieht; sie sind erfolgreich, fast unabhängig vom Schreibstil des Autoren. An Stoffen indes, die von der Sache her nicht allzuviel hergeben, eher handlungsarm sind, ohne spektakuläre Spannungsbögen auskommen müssen, bewährt sich der wirkliche Romancier. Und nur er, der begnadete Erzähler. Denn dann geht es allein um die Sprache, die Wörter, die Worte, ja, die Satzzeichen, und oft noch mehr um die nicht geschriebenen Sätze, die weg- und ausgelassenen.

Die Geschichte, um die es bei Fitzgerald geht, ist einfach und überschaubar, sie kann jeder halbwegs gebildete Mensch, das Gros der Lakonie- und Stammelsatzpoeten der Gegenwartsliteratur einbezogen, niederschreiben, nur würde es dann niemand lesen wollen. Das ist alles, mehr gibt es dazu und zu Fitzgeralds Meisterwerk nicht noch anzumerken.

Der Deutsche Taschenbuch Verlag brachte das Buch dankenswerterweise 2011 erneut heraus, inzwischen in der 4. Auflage.




Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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