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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats Juni 2013
Titel: Berlin liegt im Osten
Autor(en): Nellja Veremey
Verlag: Jung & Jung, Salzburg (318 Seiten / € 22,00)
ISBN-Nr.: 3990270318

Berlin als Prosa-Roman einmal anders, anders als die unzähligen Berlin-Bücher, die den Markt inzwischen überschwemmten, weil die DDR abgearbeitet werden mußte, mit allem, was dazugehört. Jedenfalls nach Meinung der deutschen Verlage, und an einschlägigen Autoren aus Berlin und anderen Trutzburgen deutschsprachiger Literatur mangelte und mangelt es wahrlich nicht, die sich über 1989 und alles, was danach kam, unbedingt ausbreiten wollten.

Nellja Veremej wurde hierbei fast zwangsläufig übersehen, kommt in der deutschen Verlagslandschaft bislang so gut wie nicht vor, zumindest drängt sich der Eindruck auf, weil ihr Roman, ihr Erstling im reifen Autorinnenalter von immerhin fünfzig Jahren, bei Jung & Jung in Salzburg unterkam. In der Sowjetunion geboren, lebt sie seit 1994 in Berlin, und gewiß kennt sie alle Verlage, die sich in der deutschen Hauptstadt ein Stelldichein geben. Doch alleine schon ihr Alter ließ erfahrungsgemäß in den Lektoraten viele Falten in die Denkerstirnen Einzug halten. Man darf den Österreichern die Daumen drücken für ihre Entscheidung, Nellja Veremey zu bringen, und das schriftstellerische Potential, das ihr Debütroman unübersehbar aufscheinen läßt, nährt die Hoffnung auf weitere bemerkenswerte Literatur aus ihrer Feder. Übersetzt werden mußte sie übrigens nicht, denn sie bedient sich der deutschen Sprache.

Was Nellja Veremey schreibt und worüber sie schreibt, führt den Leser in Versuchung, zumindest teilweise autobiographische Anleihen zu erahnen. Es ist ein „Wenderoman“ in bester Manier, nur findet hier die Wanderschaft zwar auch, wie zumeist geschehen, von Ost nach West statt, allerdings sind die zu überwindenden Entfernungen ungleich größer, denn Lena, die Hauptprotagonistin des Romans, packt nach Perestroika und Mauerfall im Ural die Koffer und zieht mit Mann und Tochter nach Berlin. Was sie dort erlebt, was aus ihren Sehnsüchten und Wünschen wird, wie sich die Dinge im Westen, der für sie als Kind bereits gleich hinter den Bergen des Ural begann und sich dann immer weiter Richtung Westen, schließlich bis Berlin verschob, entwickelten und ihr Leben beeinflußten, bringt die Autorin in leichte wie nachdenklich stimmende, ungemein lesenswerte Geschichten von und über Berlin und seine Menschen ein.


Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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