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Buch des Monats


Hier stellen wir Ihnen "Das Buch des Monats" vor. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sie orientiert sich auch nicht an den gängigen Publikationen über die aktuelle literarische Szene, sondern spiegelt einzig und allein die subjektive Meinung und das Literaturverständnis der Redaktion wider.

Wir werden uns zwar immer alle erdenkliche Mühe bei unserer Auswahl geben. Gleichwohl können wir nicht ausschließen, daß unser ausgesuchtes Buch des Monats nicht immer ungeteilten Beifall findet. Doch dieses Risiko wollen wir in Kauf nehmen.




Das Buch des Monats November 2010
Titel: Brodecks Bericht
Autor(en): Philippe Claudel
Verlag: Rowohlt (335 S / € 19,90)
ISBN-Nr.: 3-463-40555-1

Claudels Roman „Brodecks Bericht“, 2009 erschienen, ist aktueller denn je, zeigt er doch auf, wie rasch beinahe jeder zu schrecklichen Taten fähig sein kann, wenn die Umstände seines Lebens ihn in eine verhängnisvolle Situation bringen, die alles verändert, sein Sinnen und Trachten, seine Gedanken und schließlich auch seine Handlungen.

Die Grenzen zwischen Rechtschaffenem und Monströsem, zwischen Zivilisiertem und Gesetzlosem sind schmal, können rasch übertreten werden, wenn sich unerwartet Ungewohntes in der Nähe auftut, wenn, beispielsweise, ein Fremder ankommt und die Menschen durch sein andersartiges, rätselhaftes Wesen verstört und ängstigt. Claudel schreibt über solcherlei Grenzüberschreitungen, läßt offen, wo sich die Handlung seines Romans abspielt, in dessen Verlauf sich ein ganzes Dorf plötzlich mit seiner unheilvollen Vergangenheit während eines Krieges und damit verbundener Besatzungszeit konfrontiert sieht.

Philippe Claudel (geb. 2. Februar 1962, Schriftsteller, Dramatiker und Regisseur), zählt zu den bekanntesten französischen Gegenwartsautoren, machte bereits Furore mit seinen Romanen „Die grauen Seelen“ und „Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung“; in beiden Romanen ging es um Kriege, den Ersten Weltkrieg und den Vietnam-Krieg. „Brodecks Bericht“ hat zweifellos den Zweiten Weltkrieg als Hintergrund und – unausgesprochen – die Begebenheiten um französische Kollaboration und Widerstand während der deutschen Besetzung des Landes.

Claudels schnörkellose, unprätentiöse Sprache läßt die düsteren Geschehnisse wohl gerade auch deshalb besonders beklemmend daherkommen.






Hinweis:
Vorherige "Bücher des Monats" können Sie weiterhin in unserem Archiv einsehen.




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